Bei Ihnen steht kurz- bzw. mittelfristig die Graue-Star-Operation (Cataract Operation) an. Über die Operation selbst, ihre Vor- und Nachteile und (seltene) Komplikationen werden Sie mündlich und auch schriftlich informiert. Und es gibt erfreuliche Neuigkeiten: Seit Anfang 2012 hat der Gesetzgeber die ZUZAHLUNG für Premiumlinsen, die über den Nutzen von "Standardlinsen" hinausgehen, erlaubt!

Bevor wir im Folgenden auf die Vor- und Nachteile der einzelnen Linsentypen eingehen, einige grundsätzliche Vorbemerkungen:
Auch die sogenannte "Standardlinse" ist von guter Qualität: Sie hat alle Zulassungen sowohl der amerikanischen (FDA) als auch der europäischen  Zulassungsbehörde (CE-Zeichen). Zusätzlich hat auch die Standardlinse einen Ultraviolettfilter, der die Stelle des schärfsten Sehens (Makula) in der Netzhaut vor stärkerem (Sonnen-) Licht schützt. Bitte beachten Sie: Für Sie und uns bedeutet der Einsatz von Premiumlinsen einen erhöhten Aufwand! Deshalb sind bei Operationen mit einer Premiumlinse einige Untersuchungen obligat durchzuführen. Sollten hierzu weitere Fragen bestehen, stehen wir Ihnen sehr gern zur Verfügung.

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A) Asphärische Hinterkammerlinse asph.Linse
An den Hornhaut- und Linsenbegrenzungen werden Lichtstrahlen unterschiedlich gebrochen. Dies führt zu „sphärischen Aberrationen“. Diese Aberrationen  bedingen verminderte Bild- und Sehqualität und eventuell  ver-minderte Kontrastempfindlichkeit. Durch Einsatz einer aspärischen Hinterkammerlinse werden die genannten Qualitätseinbußen deutlich reduziert und es ist ein besserer Seheindruck zu erwarten.
Vorteile: siehe obenstehenden Text
Nachteile: keine bekannt

B) Asphärische Blaufilterlinse
Die Vorteile der Asphärität werden hier mit der eventuell netzhautschonenden Linsenfärbung kombiniert. Es wird diese Linse für Patienten mit   Maculaveränderungen und/oder Diabetes mellitus sowie jüngeren Patienten empfohlen.
Vorteile: siehe A) und B)
Nachteile: siehe A) und B)

C) Kleinschnittlinse
Die Operation des Grauen Stares erfolgt durch einen schmalen Tunnel. Dieser Tunnel ist im Normalfall zwischen 2,6 und 3,0 Millimeter breit. In ausgewählten  Fällen kann man einen schmaleren Tunnel mit einer Breite von 1,8 bis 2,2 Millimeter benutzen. Um zur Implantation den Tunnel nicht weiter verbreitern zu  müssen, empfiehlt sich in solchen Fällen eine spezielle Kleinschnittlinse.
Vorteile: geringere Schädigung der Hornhaut eventuell geringere Hornhautverziehung
Nachteile: deutlich erhöhte Schwierigkeit der Operation.

D) Torische Linse
Die Hornhaut ist im Idealfall zu allen Seiten gleichmäßig gebogen. Ist an einzelnen Bereichen die Biegung höher oder geringer, so spricht man von  Hornhautverziehung oder Astigmatismus. Sollte ein höherer Astigmatismus von über 1,75 dpt. vorliegen, ist zum Ausgleich einer solcher Verziehung eine spezielle Linse zu empfehlen, die die Biegungsänderung wieder ausgleicht. Das Sehen ist dann nach der Operation mit großer Wahrscheinlichkeit besser als ohne diesen Ausgleich.

Vorteile: eventuell besseres Sehen
Nachteile: Falschimplantation möglich häufiger (bis zu 28 % aller Fälle) Dezentrierungen
Nachjustierungsoperationen sind nicht zu Lasten der gesetzlichen Krankenkasse möglich

E) Multifokallinse
Hier wird eine Linse implantiert, die ein relativ gutes Sehen in der Nähe und in der Ferne vermittelt. Im Prinzip eine sehr positive Art des Sehens nach der  Operation, wobei wir in keinem Fall absolute Brillenfreiheit garantieren können.
Vorteile: viele Tätigkeiten des täglichen Lebens ohne Brille möglich
Nachteile: häufiger Lichtverdoppelungen (Halos) um Lichtquellen, vermindertes Nacht- und Kontrastsehen möglich, Patienten mit anderen Erkrankungen des  Auges benötigen fast immer eine zusätzliche Brille, auch andere Patienten können nicht immer auf Dauer auf Brille verzichten.

G) Torische Multifokallinse
Sollte der Wunsch bestehen bei höhergradiger Hornhautverziehung möglichst wenig oder gar nicht eine Brille nach der Operation tragen zu müssen, ist die  torische Multifokallinse zu empfehlen. Eine normale Multifokallinse würde bei höhergradigem Astigmatismus auch keine ausreichende Wirkung entwickeln  können.
Vorteile: Ausgezeichnete Nah-, Intermediär- und Fernsicht / Minimale Blendungserscheinungen / Individuelle Astigmatismuskorrektur/ Natürliche Farb- und  Kontrastwahrnehmung. Auch mit Violettlichtfilter erhältlich!
Nachteile: Falschimplantation möglich! Häufiger Dezentrierungen (ca. 28%), Nachjustierungsoperationen sind nicht zu Lasten der gesetzlichen Krankenkasse möglich

Wenn Sie eine solche Sonderlinse wünschen, sollten wir es spätestens 10 Tage vor der Operation wissen, damit wir Ihre individuelle Linse bestellen können. Sollten weitere Fragen bestehen, stehen wir Ihnen sehr gern zur Verfügung.